Durch den Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) sollen Strafverfahren vermieden oder traditionelle jugendgerichtliche Sanktionen ersetzt (vgl. §§ 45, 47 JGG) werden.

Im TOA sollen die Beteiligten eines Strafverfahrens mit Hilfe eines neutralen Vermittlers alle Probleme, die im Zusammenhang mit der Straftat relevant sind, selbstständig regeln. Die Zielsetzung besteht zum einen darin, durch gemeinsame Konfliktbearbeitung die Verarbeitung der Tat und ihrer Folgen zu erleichtern. Zum anderen soll eine eigenverantwortlich ausgehandelte und von allen Beteiligten akzeptierte Wiedergutmachung entstehen. Eine Ausgleichsvereinbarung im Rahmen eines TOA kann sowohl materielle als auch immaterielle Leistungen beinhalten.

TOA ist eine lern- und handlungsorientierte Maßnahme. Durch ihn wird eine Möglichkeit im Umgang mit Konflikten angeboten und erprobt, die während der Straftat nicht greifbar oder möglich gewesen ist. Durch die gemeinsame Bearbeitung des Vorfalles wird der Bruch mit der Rechtsnorm in seinem gesamten Ausmaß deutlich. Auf diese Weise werden positive Handlungsansätze für den zukünftigen Umgang mit Konflikten vermittelt.

In Abgrenzung zu anderen Maßnahmen sei deutlich hervorgehoben, dass Täter-Opfer-Ausgleich Wiedergutmachung und Konfliktaufarbeitung beinhaltet. Für den TOA eignen sich also alle Delikte, in denen ein Opfer eine persönliche Schädigung erlitten hat. Der Ausdruck persönliche Schädigung bezieht sich auf Schädigungen durch physische und psychische Gewalt. Er bezieht aber auch Schädigungen durch Straftaten ein, die nicht durch direkte Gewalteinwirkungen herbeigeführt werden, wie z.B. durch der Einbruch in eine private Wohnung.

Vorrangig werden die Ziele des TOA durch die Begegnung der Beteiligten erreicht, die ggf. in getrennten Vorgesprächen vorbereitet wird. Daneben sind andere Möglichkeiten der Kontaktaufnahme (z.B. Brief) und Konfliktschlichtung zu entwickeln, durch die ein indirekter Ausgleich vermittelt werden kann.